Sonntag, 15. April 2012

Eindrücke vom Sicherheitstraining



Samstag, 14.04.2012, heute beginnt unser Sicherheitstraining beim Safety First Team, in Oberhausen, auf dem Parkplatz der MAN Verwaltung. Das Safety-First-Team wurde mir von Wolfgang (Mitacman), einem Forums-Kollegen aus dem S1RR-Forum bei einem Gespräch am Treff Zur Grafenmühle, wärmstens ans Herz gelegt. Wolfgang, danke Dir für den Tipp, der ist goldrichtig!

Warum überhaupt ein Sicherheitstraining? Ich fahre doch schon eine kleine Ewigkeit und bin bislang noch nie unverschuldet abgestiegen. Schön wäre es vielleicht aber auch gewesen, hätte ich besser vorbereitet auch bei den insgesamt vier Malen, die unverschuldet zum Sturz führten, vielleicht gar nicht erst stürzen müssen. Dazu kommt, dass ich mich mit der S 1000 RR intensiver anfreunden möchte, wahrscheinlich bis hin zur Rennstrecke, weil sie ja eigentlich nur dort artgerecht bewegt werden kann. Somit ist meiner Meinung nach also ein systematischer Aufbau, in der Reihenfolge Basis-Sicherheitstraining, Aufbau-Training oder Intensiv-Training, dann instruktorengeführtes Rundstreckentraining die sinnvolle Wahl. Abgesehen davon, gilt immer noch der uralte Spruch: "du kannst so alt werden wie Nachbars Kuh, du lernst noch immer was dazu." Letztlich liegt der Winter mit nur wenigen Fahrkilometern hinter uns und in 5 Wochen geht es zur IOM, so soll es auch den Start in das Motorradjahr unterstützen. Silvia schenkte ich gleich ebenfalls eine Teilnahme, so dass wir gemeinsam an den Start gingen.

Den ganzen Vormittag hatte es geregnet, wovon wir natürlich nicht sonderlich erbaut waren, doch gegen 12 Uhr hörte es auf und als wir um 13 Uhr aufbrachen, kamen so langsam sogar hier und da einmal ein paar Sonnenstrahlen durch. Kurz noch zur Tanke, Luftdruck etwas reduzieren, Sprit auffüllen und los ging es. In Oberhausen angekommen, werden wir gleich an der Einfahrt zum Parkplatz in Empfang genommen und zum Parc Fermé, weiter oben geschickt. Dort kassiere ich dann gleich den ersten Anranzer, weil ich da einfach hineinfahre. Merke: wer sein Mopped liebt, der schiebt, zumindest im Parc fermé. Ok, Lektion gelernt. Warum die Schieberei? Nun, die Trainer wollen schon hier einmal sehen, wer in welcher Art und Weise mit seinem Mopped vertraut ist, wem das Schieben locker von der Hand geht oder wer Tipps und Anleitung braucht. Anschließend geht es zur Anmeldung. Neben dem VW-Bus ist ein Pavillon aufgebaut, wo es das erste Briefing für alle sowie Getränke gibt. Das Training ist das erste des Jahres 2012 und so wie es aussieht voll ausgebucht.Ich hätte den Altersdurchschnitt eher deutlich jünger vermutet, aber es sind schon eine Menge alter Hasen unter den Teilnehmern und, wie wir im weiteren Verlauf erfahren auch etliche Wiederholungstäter, die jedes Motorradjahr mit einem Training beim Safety-First-Team beginnen. Fein, da bin ich also nicht der einzige alte Sack auf dem PLatz.
Gruppen-Briefing
Im Anschluss an das Hauptbriefing wandert die ganze Gruppe zum Parc Fermé, wo zunächst ein wenig mentales Training, in Form von diversen Lockerungsübungen auf dem Programm steht. Anschließend wird zum Aufwärmen auf dem, auf dem Ständer abgestellten Mopped herumgeturnt. Knien auf der Sitzbank, stehen auf der Sitzbank, sitzen auf dem Tank, sitzen im Damensitz links/rechts, natürlich alles aus den Rasten heraus, ohne vorher abzusteigen. Bis auf den Damensitz zur rechten Seite, bei dem der Seitenständer doch bedrohlich entlastet wird - ich sollte ein paar Kilo abnehmen - fühlte sich das alles gut an. 
Trockenübungen zum Aufwärmen
Was wir da noch nicht wussten, nur ahnten, es wurde wahr: all diese lustigen Übungen sollten natürlich später dann im Fahrbetrieb ausgeübt werden. Nun wurde also in großem Korso der geräumige Übungsplatz umfahren und nacheinander die Trockenübungen im Fahrbetrieb umgesetzt. 
Knieend auf der Sitzbank

Beim Wechsel vom Damensitz der einen auf die andere Seite, rutsche ich von der linken Fußraste ab und lege mich fast auf die Fresse. Glücklicherweise passte meine Reaktion und ich habe während des Abgleitens automatisch Kupplung und Bremse gezogen, so dass ich nach zwei, drei Schritten mit, bzw. neben der Fuhre stand. Kleiner Adrenalinkick, da war ich dann auch wach ;-)
Auf dem Tank reiten :-)

Anschließend wurden nun die Teilnehmer in Gruppen aufgeteilt, so dass jede Gruppe aus maximal 10 Teilnehmern + 2 Trainern bestand und es ging nach theoretischer Einweisung durch die Trainer an die nächste Übung. Blickführung und Kurventechnik mit Lenkimpuls links herum und rechts herum wurden geübt. Es folgte wenden im Fahrbetrieb innerhalb einer normalen Straßenbreite und als Krönung dann Wenden aus dem Stand mit eingeschlagenem Lenker. Feedback gab es für jeden Teilnehmer sofort und anschließend noch einmal in der Gruppe. 
Kleine Pause, mit gegenseitigem Kennenlernen



Es folgte abschließend noch eine Slalom-Übung, unter Beachtung von Blickführung und Lenkimpulstechnik.
Silvia beim Slalom
Der Blog-Autor im Pylonenrausch :-)


Dies war also der erste Trainingstag, von 14 - knapp 19 Uhr, ein Zeitraum, der wie im Flug verging. Zwei weitere liegen noch vor uns und ich bin sehr gespannt darauf. Mein Eindruck bis jetzt ist, dass ich das schon viel früher einmal hätte machen sollen. Auch finde ich es erstaunlich, wie sich mit der Zeit so eine gewisse Schludrigkeit einstellt. Beispiel: Blickführung. Die ist mir, wie wohl den meisten Motorradfahrern ja durchaus geläufig und ich dachte auch eigentlich, dass ich sie ordentlich praktiziere. Tatsache ist aber, dass ich damit rumgeschludert habe. Klar geht der Blick erst einmal dahin, wohin man will, dann habe ich ihn aber z.B. auch mal wieder zurück wandern lassen und siehe da, die Linie ist im Eimer. So etwas nimmt man eben persönlich nur sehr schlecht oder eben überhaupt nur dann wirklich wahr, wenn man darauf aufmerksam gemacht wird. Fazit: Daumen hoch, das Training kann ich wärmstens empfehlen.
To be continued...
LHG
Georg



Dienstag, 20. März 2012

Projekt Monoposto

Heute bekam ich die Distanzhülsen, gefertigt aus Edelstahl-Rundstab, mit mittiger Bohrung für den M8 Inbus. Yes, leckere Dinger. Diese sollen, nach dem Entfernen der Soziusrastenträger dafür sorgen, dass die Halterungen für das Gepäcksystem weiterhin ausreichend Abstand zu den lackierten Moppedteilen einhalten.

Edelstahl Rundstab 25 x 25, mittig 8mm Bohrung

Also ging es noch schnell zum Baumarkt, Innensechskantschrauben M8 x 60 mm, ebenfalls aus Edelstahl kaufen und anschließend in die Garage.


Demontage der Fußrastenträger
Nun habe ich die Rastenträger demontiert und an ihrer Stelle die Distanzhülsen angebracht.


Montierte Distanzhülsen


Hier noch einmal im Detail.
Detail, Trägerplatte mit montierten Distanzhülsen
Mission Monopoto accomplished. Ein netter Nebeneffekt ist, dass sich so nun noch zusätzliche Befestigungspunkte für Spanngurte ergeben haben, z.B. um eine Gepäckrolle zu sichern. Ich bin zufrieden.

Samstag, 17. März 2012

Es wird ja nun hoffentlich mal Frühling, so langsam...

...aber auch der Winter ist zu etwas zu gebrauchen, neben der Schrauberei, dem Tuning oder dem Verschlimmbessern von Moppeds in der kalten Garage,  z.B. auch zum Lesen. Diesen Winter habe ich mir mehrere Bücher zum Thema Mopped Sonntags mit auf die Couch und abends mit ins Bett genommen. Vier davon möchte ich Euch hier vorstellen.

Die obere Hälfte des Motorrads
Das wichtigste der vier Bücher, habe ich von meinem Sifu, Lars K., zum Geburtstag bekommen. Der Titel lautet "Die obere Hälfte des Motorrads", Autor ist Bernt Spiegel, ISBN 978-3-613-03064-0. Das Buch möchte ich als die Bibel des Motorradfahrers bezeichnen,  gehört also unbedingt auf jeden Nachttisch, wie das alte Testament im Hotelzimmer, besser aber noch unters Kopfkissen ;-) Autor, Bernt Spiegel, beschreibt die Grundlagen des Motorradfahrens aus der Sicht des motorradfahrenden Verhaltensforschers und gibt neben einer wissenschaftlich fundierten Darstellung aller Verhaltensweisen und Vorgänge beim Motorradfahren, zahlreiche Tipps für die persönliche Weiterentwicklung und Nutzung der Softskills des Fahreres. Das Buch ist meiner Meinung nach definitiv ein "must-have", bringt dem Einsteiger, wie auch dem Routinier neue Erkenntnisse und ist trotz des wissenschaftlichen Backgrounds sehr gut zu lesen. Exkursionen und weiterführende Erklärungen zu einem Thema sind in einem separaten Kapitel des Buches platziert und im Text mit entsprechenden Fußnoten versehen. Wer will kann dann in das Kapitel mit den Exkursionen abzweigen und dort die Ergänzungen lesen, wer aber nicht in die Tiefe der Thematik eintauchen will, liest eben einfach weiter im Text. Das Buch werde ich sicher immer wieder mal zur Hand nehmen.

Motorradtraining - alle Tage
Nach der Lektüre des o.g. Buches, schaute ich mal, was Bernt Spiegel sonst noch geschrieben hat und ich fand  mit "Motorradtraining - alle Tage", ISBN 9 783613 031135 ein weiteres, interessantes Buch von B. Spiegel. Dieses Exemplar stellt im Prinzip eine komprimierte Version des vorgenannten Buches dar, bietet aber darüber hinaus ein Trainingsprogramm für jeden Tag. Nein, ich muss anders formulieren, es gibt dem Leser die tools an die Hand, mittels derer er sich sich sein individuelles Trainingsprogramm selber erstellen kann. Der Leser kann sich so also zu seinen Schwachstellen ganz gezielt Übungen heraussuchen, die sich in jede Fahrt locker einbauen lassen, um sich durch gezieltes Training und Wiederholung der korrekten Abläufe, zu verbessern. Ich denke, das Buch ist eine sehr empfehlenswerte Ergänzung für die Leser von "Die obere Hälfte des Motorrads" und darüber hinaus für eher lesefaule Zeitgenossen eine echte Alternative dazu.

Gaskrank Geschichten aus der Kurve
Vermutlich kennt Ihr das Portal www.gaskrank.de - falls nicht, sei erwähnt, dass der Besuch lohnt. :-) Dort wird auch "Gaskrank, Geschichten aus der Kurve" vertrieben, ISBN 3-00-019582-3, das Kurzgeschichten, wie man sie früher mal in den Newsgroups zu lesen bekam, in lockerer Reihe anbietet. Angenehm leicht zu lesen sind die Geschichten, die sich mehr oder weniger alle um die Faszination der schnelleren Fortbewegung auf zwei Rädern, auf und abseits der Rennstrecke drehen. Einen wahren Kern haben wohl alle Geschichten, ein wenig ausschmückende Fiktion ist aber ohne Frage auch mit von der Partie. Wie auch immer, das Buch bietet "20 authentische Geschichten" von 8 Autoren und in so mancher Geschichte findet man sich oder die eigenen Erfahrungen wieder. Eine flotte Schreibe bringt dazu den einen oder anderen Schmunzler mit sich. Eine Kurzbeschreibung der Autoren und ein Glossar mit Erläuterungen der Fachtermina der gaskranken Heizer, runden das rund 100 Seiten starke Buch ab.

Gaskrank 2, Geschichten aus dem Brennraum
Die 2. Version, ISBN 978-3-00-029405-1, bietet auf knapp 200 Seiten 52 Geschichten, von nun 28 Autoren und hat mir persönlich noch besser gefallen als Band 1. Das Buch ist gut, die Geschichten machen Laune und man mag es eigentlich nicht mehr so recht aus der Hand legen, wenn man einmal begonnen hat zu lesen. Klare Kaufempfehlung.

So, das war es für heute vom literarischen Quartett. Jetzt wird es ja auch erst einmal wärmer und trockener, so dass wir unsere Zeit mit Angasen verbringen wollen. Wenn aber noch Zeit für Lektüre bleibt, dann ist vielleicht hier die eine oder andere Anregung für Euch dabei.

Ciao
Georg

Freitag, 6. Januar 2012

Einbau der MRA-Racing-Scheibe

Guten Abend, liebe Zielgruppe,

nachdem ich nun schon seit einer kleinen Ewigkeit auch die MRA-Scheibe auf meinem Lesesessel liegen hatte, die ich bei meinem Forumskumpel Meister Lampe günstig gekauft habe, begab ich mich heute Abend an deren Einbau. 

Die originale Scheibe. Mist, hätte ich vorher mal putzen sollen
Vorab gesagt: ich war ja gewarnt. Meine Frau hatte mich gewarnt, indem sie fragte: "Schatz, was willst Du eigentlich noch alles an dem Mopped austauschen?" und dann vorschlug: "Kauf dir für das Geld lieber Sprit und geh fahren, damit du mich nicht ständig mit deiner schlechten es-ist-Scheißwetter-ich-kann-nicht-fahren-Laune nervst. Erst wollte ich rebellieren und ihr etwas von Öhlins-Dämpfer und was weiß ich nicht noch alles erzählen, aber dann besann ich mich eines Besseren, denn sie hat ja recht. Eigentlich wäre mir auch viel mehr danach, den Hahn aufzudrehen und Wheelies zu üben, aber das Wetter ändert sich ja durch einen vollen Tank auch nicht dramatisch. Auch war ich durch diverse Forenbeiträge gewarnt. Von halb zerstörten Fingerkuppen, durch das Ausbauen und Wiederverwenden der Gummimuttern aus der originalen Scheibe für die neue, höhere Scheibe war die Rede, von abgerissenen Fingernägeln und von Blutopfern für unsere geliebte und heilige Göttin RR. Nun ja. In den Foren wird ja gerne auch mal übertrieben, dachte ich so. Da diese Gummimuttern ähnlich funktionieren, wie Hohlraumdübel, also in der Art, dass sie sich beim Anziehen der Schraube zusammenstauchen und eine Wulst ausbilden, war mir irgendwie schon klar, dass eine Wiederverwendung der schon gestauchten Teile Nerven kosten könnte. Dem Gefriemel mit den alten Gummimuttern gehst du eh mal gleich aus dem Weg, habe ich mir daher so gesagt, als ich über die Aktion nachdachte und kaufst dir einen Satz neue. Schon ist der böse Geist verschwunden und alles wird gut. Ja, schöner Gedanke, das. Soweit.

Benutzte und gestauchte Mutter an der originalen Scheibe
 
Erster Schock: für die benötigten 8 dieser ebenso dämlichen, wie auch simplen Gummimuttern ruft der freundliche BMW-Händler, ohne mit der Wimper zu zucken Euro 34,40 auf, natürlich incl. MWSt. - das relativiert ja alles. Ein 6er-Pack solcher Mütterlis kostet bei Tante Louise 7,99 Euro in Ausführung M5, aber man hat ja Sorge, dass die dann nachher nicht wirklich passgenau sind. Zu dick oder zu dünn könnte die Gummitülle ja sein und auf Experimente mit einer bei >250 km/h herumflatternden Scheibe hatte ich auch irgendwie keinen Bock. Nee, echt nicht. Also, hau weg den schnöden Mammon, mitnehmen können wir ja eh nix und für die Hinterbliebenen ist die Lebensversicherung auch ein Trost. Bevor ich nun an die Beschreibung des Einbaus gehe, möchte ich noch voraus schicken, dass ich mich durchaus als geübten Schrauber bezeichnen würde. Zwar mache ich das heute nicht mehr so oft, aber vor meinen nun fast 30 Berufsjahren als Kaufmann, habe ich ein technisches Handwerk erlernt und bin somit ausgebildeter und geprüfter Kfz.-Mechaniker. Ja, genau Mechaniker! Also so einer, der früher noch ganze Autos zerlegt und wieder zusammengebaut hat. Den jüngeren unter uns wird das suspekt vorkommen, aber die Wahrheit ist, dass man tatsächlich nahezu alles reparieren kann und damit meine ich nicht ein defektes Teil auszubauen und ein neues Teil einzubauen sondern eben genau das, was das Wort reparieren vorgibt: ein defektes Teil auszubauen, dieses zu r-ep-a-r-i-e-r-e-n und dann wieder einzubauen. Wir haben zu dieser Zeit z.B. ganze Getriebe und nicht nur Schaltgetriebe sondern auch die damals verbauten Planeten-Automatikgetriebe repariert. Jawoll. Ausgebaut, in ihre qaudrillionen Bestandteile zerlegt, den Fehler gefunden und wieder zusammengebaut, so dass der Kunde wieder voller Freude vom Hof fahren konnte. Ging damals, auch wenn man für so eine Arbeit 2 - 3 Tage brauchte und das mit 2 Personen, weil da ständig jemand etwas festhalten, überstülpen, einölen oder holen musste. Wenn ich mir vorstelle, was so eine Aktion heute kosten würde, schätze ich, bekäme man für den Gegenwert der Reparaturkosten vermutlich ein gebrauchtes, aber solides Winterfahrzeug mit 4 Türen. Egal, ich schweife viel zu weit ab. Das kann am Flüssigtreibstoff der Erdinger Tankstelle liegen, der mir gerade ausgesprochen gut schmeckt, nach der ersten Arbeitswoche dieses Jahres.

Nun drehe ich mal die Uhr ein wenig zurück und gehe gedanklich wieder in meine Garage, denn da ist die Welt noch in Ordnung. Es ist dort zwar jetzt etwas kalt, aber es ist in Ordnung. Da riecht es nach Gummi, Metall und Sprit, das ist manchmal besser als Düfte von Giorgio Armani. In der heilen Welt grauer Betonwände schraubte ich also zunächst einmal die oberen 6 Schrauben der Windschutzscheibe heraus und rettete selbige incl. der dazugehörigen naturfarbenen (hellen) Nylon-Unterlegscheiben problemlos. 

Die oberen 6 Schrauben, mit naturfarbenen Nylon-Unterlegscheiben
Bei besagten, oberen 6 Verschraubungen ist es so, dass die schon erwähnten Gummimuttern in die Öffnungen der Scheibe eingelassen sind und die Scheibe unter den Verkleidungsteilen liegt. Bei den unteren, letzten beiden Befestigungspunkten ist es so, dass die Muttern in die Verkleidung, bzw in die schwarze Abdeckung vor dem Dashboard eingesteckt werden und die Scheibe dann eben oben auf der Verkleidung aufliegt. Sind alle Schrauben entfernt und auch die schwarzen Nylon-Unterlegscheiben der unteren beiden Fixierungspunkte gesichert, kann man die Scheibe nach oben, also quasi in Richtung Fahrer, herausziehen. Die unteren beiden Gummimuttern bekommt man aus der Verkleidung...

Wir unterbrechen das Programm für eine kleine Werbepause, denn jetzt muss erst der Weihnachtsbaum abgebaut werden. Note to self: ich muss meiner Frau unbedingt sagen, dass ich so nicht arbeiten kann, irgendwann, gelegentlich, vielleicht...

So, alles eingetütet, Wohnzimmer riecht nach Tannenwald und der Boden sieht auch so aus. Wo war ich? Ach ja. Die unteren beiden Gummimuttern bekommt man am bequemsten aus der Verkleidung, indem man die Schrauben ein paar Umdrehungen - aber nicht zu viele -  einschraubt und sie dann durch Zug am Schraubenkopf herauszieht. Das war einfach. 

Unten, im schwarzen Verkleidungsteil, sind die Muttern eingelassen
Nun kommen wir also zum Einbau der neuen Scheibe. Zunächst müssen also hier die oberen 6 Gummimuttern in die Öffnungen an der Scheibe eingesetzt werden. Das gelingt, wie man früher so schön sagte "mit Geduld und Spucke". Spucke braucht es um die Gummidinger anzufeuchten, damit sie einigermaßen in die etwas engeren Öffnungen der MRA-Scheibe flutschen. Man geht da am besten so vor, dass man die Muttern leicht einsetzt, dann die Schraube mit wenigen Umdrehungen einschraubt und schließlich mit einer Kombination aus von der einen Seite der Scheibe aus auf die Mutter drücken und auf der anderen Seite der Scheibe an der Schraube ziehen, darauf hofft, dass es irgendwann hineinflutschen wird. Das tut es schon und das geht auch noch. 

Neue Gummimutter, zum Einsetzen von oben drücken und  unten an der Schraube ziehen
Anschließend setzt man die beiden Muttern in die beiden Öffnungen im schwarzen Gehäuse vor dem Dashboard ein, was echt keine Herausforderung darstellt. Nun wird die Scheibe von oben nach unten wieder eingefädelt, so dass die oberen 6 Öffnungen der Scheibe hinter und die unteren beiden auf der Verkleidung liegen und dann schraubt man die Schrauben rein und fertig. Dachte ich. So einfach ist das aber nicht. Zunächst wollte ich mit den unteren beiden Schrauben beginnen und mich dann kreuzweise nach oben arbeiten. Relativ schnell, nach gefühlten 20 Minuten, musste ich feststellen, dass egal, was ich mache, die Schrauben einfach zu kurz, die neue Scheibe vielleicht zu dick oder ich möglicherweise zu blöd bin, diese triviale Aufgabe zu lösen. Die Schrauben ließen sich nicht ansatzweise ins Gewinde bringen und die Scheibe rutsche dann natürlich irgendwann bei dem Gehampel immer weg. Daher dachte ich mir einen anderen Plan aus und fing nun einfach von oben an, was perfekt funktionierte, denn die oberen 6 Schrauben in die Gewindebuchsen, die in den Gummitüllen versenkt sind anzusetzen war problemlos möglich. Nun war die Scheibe schon mal an ihrer Position gesichert, locker natürlich. Das nutzte aber in Hinsicht auf die unteren beiden Verschraubungen leider gar nichts. Ich habe das Mopped mittels Druck auf den Innentorx fast schon hinten an die Garagenwand geschoben, aber die beiden unteren Schrauben reichten einfach nicht bis zur Gewindehülse. Die erste Idee ist ja oft die beste, also folgte ich ihr. Obere Schrauben wieder rausgedreht, Scheibe wieder rausgezogen, die unteren beiden Gummidinger mit Schrauben versehen und wieder aus der Verkleidung geholt. Jetzt mit dem Griff eines Schraubendrehers auf die Gewindehülse eingeprügelt, in der Hoffnung, dass sich selbige innerhalb der Gummitülle etwas nach oben bewegen möge - Fehlanzeige. Die erste Idee war hier also mal nicht die beste welche. Der Mann brauchte also eine zweite und vor allem bessere Idee...grübel.... Heureka! Ich setzte also die unteren beiden Muttern wieder ins Gehäuse ein und drehte dann die Schrauben ein und zwar ungefähr so fest, wie ich sie mit montierter Scheibe eingedreht hätte. Das staucht die Gummitülle und die Gewindehülse in ihr kommt so näher an die Oberfläche. Nun schnell die Scheibe von oben eingefädelt, bevor das Gummidingens wieder in seinen Ausgangszustand expandierte und die beiden unteren Schrauben konnten gerade so angesetzt werden. Strike! Jetzt hat die Schlampe verloren, jetzt wird sie veschraubt, so! Anschließend setzte ich die anderen 6 Schrauben an und zog alle 8 von unten beginnend, mit Wechsel von links nach rechts und umgekehrt (also über Kreuz) an, um Verspannungen zu vermeiden. Fertig. Boah, ey. 

Twinkers mit MRA-Racing-Scheibe, Test steht noch aus
Jetzt geh ich noch hin und schmeiß den Baum an die Straße, weil morgen die Pfadis zum Sammeln kommen und dann ist aber gut. Und wenn morgen kein schönes Wetter ist, habe ich eine Scheiß Laune, das kannste glauben.

Schönes Wochenende!

Ciao
Georg

P.S.: Ganz vergessen, wollte ja noch kurz beschreiben, wie sich das im Rep-Rom liest:
"Schrauben (1) ausbauen und Windschild (2) abnehmen.
Windschild auf eine saubere weiche Unterlage legen.
Elastische Muttern (1) auf beiden Seiten von hinten nach vorn in Bohrungen an neuem Windschild einstecken.
Windschild (1) ansetzen und Schrauben (2) einbauen."
Ist doch easy oder nicht?

Freitag, 30. Dezember 2011

Soziussitz-Abdeckung montiert

Heute habe ich mich daran begeben die Soziusstitz-Abdeckung zu montieren. Da es mir in der Garage zu kalt war, habe ich den Umbau, ungewöhnlicher Weise ohne Gemecker von DBEVA [1], im heimischen Wohnzimmer durchgeführt. Also zunächst einmal den Sitz abgenommen, das benötigte Werkzeug mit hereingenommen und alles auf den Tisch gelegt.

Links der originale Sitz und rechts die Abdeckung

Was mir dann als erstes auffiel war die Tatsache, dass die Abdeckung über kein Innenleben oder Futteral verfügt wie es der Sitz hat. Ergo müssen Schraubendreher und Torx-Winkelschlüssel nun mit in die Werkzeugtasche. Das macht ja nichts. Als zweites fiel mir auf, dass auch das Trägerblech (im Bild oben am originalen Sitz verschraubt) nicht im Lieferumfang enthalten ist. Nun gut, auch das ist zu verkraften, dann wird das eben auch umgebaut.

Demontiertes Trägerblech

Nun wollte ich das Trägerblech an der Soziussitz-Abdeckung montieren, wobei mir als dritter Punkt auffiel, dass hierfür die benötigten zwei Schrauben sowie zwei Unterlegscheiben ebenfalls nicht mitgeliefert werden. Das finde ich dann für den Preis, auch unter Berücksichtigung des Winterrabatts, schon recht traurig, muss ich sagen. Liebe BMWler, wenn Ihr auch scharf kalkulieren müsst, aber die Euro 1,00 für zwei passende Schrauben und U-Scheiben, wären doch wohl noch drin gewesen, oder? Somit bin ich also leise vor mich hinfluchend wieder in die Garage, um mir zwei passende Scheiben und Schrauben zu holen.

Umgebautes Trägerblech, jetzt an der Soziussitz-Abdeckung

Im nächsten Schritt geht es an den Ausbau des Schlosses. Dazu werden die beiden Schrauben der Blechabdeckung herausgedreht und die Abdeckung entfernt. Anschließend kann das Schließblech, zusammen mit seinem Kunststoffgehäuse entnommen werden. nun sind noch die drei Schrauben der Schlosshalterung heraus zu drehen, so dass man auch diese mitsamt dem Schloss abnehmen kann (s. folgendes Foto).

v.o.n.u.: Schlosshalter mit Schloss, Schließblech, Abdeckblech

Jetzt gilt es den Schließzylinder aus der Schlosshalterung zu entfernen. Von handelsüblichen Haus- und Türschlössern kenne ich es so, dass man dazu nur den Schlüssel ins Schloss stecken, selbigen etwas drehen und gleichzeitig an ihm ziehen muss, bis man schließlich den Schließzylinder herausziehen kann. Das funktioniert hier nicht. Ein Blick in die, für den Selberschrauber empfehlenswerte Reparatur CD-Rom machte deutlich, wie es geht.

Die messingfarbene Blechzunge verhindert die Entnahme des Schließzylinders
Mit einem dünnen, kleinen Schraubendreher oder wie in meinem Fall, mit einem spitzen Schaschlick-Spieß kann man das federnd gelagerte Blechlein in Richtung zum Schließzylinder hin schieben und nun lässt er sich mit dem eingesteckten Schlüssel ganz leicht herausziehen. Meine Frau hat schon wieder nicht gemeckert, trotz der Verwendung Ihres Schaschlickspießes! Vielleicht wäre jetzt der richtige Zeitpunkt gewesen, sie so ganz nebenbei einmal zu fragen, ob ich die S 1000 nicht über Winter ins Haus holen kann. Naja, ich wollte mein Schicksal auch nicht zu sehr herausfordern. Der Einbau in die Abdeckung vollzieht sich dann logischer Weise in umgekehrter Reihenfolge. Man drückt die Blechzunge mit dem Finger nach innen, setzt den Schließzylinder in das, an der Abdeckung fest verklebte, Schlossgehäuse ein und achtet darauf, dass die Blechzunge wieder ausfedert so dass das Schloss auch wieder gehalten wird. Wenn die Zunge nicht richtig ausfedert, kann man den Schließzylinder noch nach oben herausziehen. 

Aufgesetztes Schließblech im Kunststoffgehäuse
Es werden jetzt wieder das Schließblech in seinem Kunststoffgehäuse aufgesteckt und das Abdeckblech aufgelegt und verschraubt.

Montiertes Abdeckblech

Nun musste ich also dringend wieder in die Garage und die Abdeckung aufsetzen, klar. Dabei stellte ich dann fest, dass das Einsetzen eines gewissen Kraftaufwandes bedarf, aber es geht. Man darf eben auch nicht zu zaghaft sein. Was mich nun am Ende noch stört, ist dass die Abdeckung nicht passgenau mit der Heckverkleidung schließt. Es bleibt ein Spalt zwischen beiden Teilen, der mich doch ein wenig betrübt.

Spalt, nach erfolgreicher Transplantation

Ich hätte da doch erwartet, dass das alles schön sauber abschließt, ohne groß sichtbaren Spalt zwischen den Bauteilen. Ansonsten sieht es ganz gut aus, wobei es aber auch erst einmal etwas gewöhnungsbedürftig ist, wenn man den steten Anblick des schwarzen Sitzes gewohnt ist. Das Heck wirkt so einfarbig dann fast noch etwas massiver.


[1] DBEVA = Die beste Ehefrau von allen

Reisetagebuch zur Isle of Man Tour 2008

Auf meiner Homepage befindet sich nun auch das Reisetagebuch zur IOM-Tour 2008:

Reisetagebuch IOM 2008

Wünsche viel Spaß beim lesen.

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Dia-Show von der 2008er Isle of Man Tour

Mein erster Versuch, mittels Windows Movie Maker eine Dia-Show zu basteln. Falls Ihr Tipps zur Optimierung habt, werden die sehr gerne angenommen.

Dia-Show Isle of Man 2008