Donnerstag, 10. Mai 2012

Routenplanung für den IOM run 2012

Die Routenplanung ist nun nach zweiter Überarbeitung wohl soweit fertig. Ob wir dann exakt so fahren werden ist eine andere Geschichte. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Umstände vor Ort, wie z.B. original englisches Regenwetter [TM] dazu führen kann, dass man die Planung ganz schnell über den Haufen werfen kann. Anyway, die aktuelle Planung sieht folgender Maßen aus:

Tag1: Anfahrt nach Calais, dann übersetzen nach Dover und von dort aus bis in die Region um Swindon. Läuft es gut, fahren wir vielleicht noch ein Stück, läuft es schlecht werden wir vorher den Anker werfen. Aufgrund der Tatsache, dass wir am ersten Tag Kilometer fressen wollen, geht es nur über die BAB, bzw. den Motorway. Insgesamt stehen 665 km an. Das sollte problemlos machbar sein, beim letzten IOM Run mal waren es am ersten Tag 842 km.
Die Route auf Google Maps: Dover - Swindon

Tag 2: Eine weitere Transit-Etappe von Swindon in den Fährhafen von Pembroke, da unsere Fähre um 02:45 p.m. ablegt (265 km). Sollte es super laufen können wir immer noch auf Nebenstrecken ausweichen. Von Pembroke aus setzen wir dann über nach Irland und schiffen im Fährhafen von Rosslare aus. In Wexford, Nahe Rosslare werden wir dann nächtigen.
Die Route auf Google Maps: Swindon - Pembroke, Fährhafen

Tag 3: Auf der grünen Insel, hoffentlich gut ausgeschlafen, geht es nun von Wexford nach Westport. Hier ist natürlich Schluss mit langweiliger Autobahnrollerei, stattdessen geht es über nette Straßen in Richtung Nordwesten, die Ecke, wo Irland am irischsten sein soll, Tagesdistanz 426 km.
Die Route auf Google Maps: Wexford - Westport

Tag 4: Heute geht es von Westport nach Belfast, wo wir dann übernachten werden, um am nächsten Morgen die Fähre zur IOM zu entern. Ein Highlight auf dieser Route soll gegen Nachmittag ein Besuch in Ballymoney sein. Dieser Ort im Norden Irlands ist der Heimatort des leider verstorbenen Joey Dunlop, der auf der IOM TT 26 Siege einfuhr und leider im Jahr 2000 bei einem völlig unbedeutenden Rennen in Tallinn sein Leben verlor. Hier gibt es Joey's Bar und einige seiner Motorräder im lokalen Museum zu sehen. Man kann dort wohl den Geist der Legende spüren. Für viele Fans von Joey und dem Rest des Dunlop Clans, von denen ja einige nach wie vor aktive Rennfahrer sind, ist dies eine Pilgerstätte. Ich denke, es wird uns ebenfalls gut auf die IOM einstimmen (373 km).
Die Route auf Google Maps: Westport - Belfast

Tag 5: Heute, in aller Früh, geht es dann mit der Fähre rüber auf die IOM. 5 volle Tage auf der Insel, die für mich das Mekka des Road Racings darstellt. Endlich wieder in der Douglas Marina von Bord gehen, und ins pralle Rennleben einsteigen. Mehrmals werden wir den Kurs fahren und auf der Mountain Road mächtig angasen. Ich hoffe, dieses Jahr kann ich meine offene Rechnung mit Bernie begleichen und ihn herbrennen. Mal schauen. Dann werden wir das Superbike Race anschauen, schätzungsweise wieder in Creg Ny Baa, auf dem Grand Stand und ich werde Rico Penzkofer anfeuern, der auch dieses Jahr wieder antreten will, nachdem er letztes Jahr leider Pech mit einem Plattfuß am Hinterrad hatte, der für ihn das vorzeitige Aus bedeutete.

Tag 6 - Tag 10: Isle of Man Tourist Trophy, Motorradfahren und Party ohne Ende.

Tag 11: Nun geht es wieder auf eine Fähre, dieses mal von Douglas nach Heysham. Anschließend werden wir noch ein paar km durch UK machen müssen. Leider werden wir es dieses Mal wohl nicht schaffen, bei Mary und Francis, in Felixtowe einen stop over einzulegen.

 Tag 12: Wenn alles geklappt hat, sollte uns heute eine Fähre in Calais oder Zeebrügge ausspucken, auf dass wir die letzten km unter die Räder nehmen, um unsere Lieben wiederzusehen. Ich bin langsam sehr gespannt und voller Vorfreude. Noch sind es 16 Tage und ich bin schon nervös und aufgeregt, wie in ein Kind vor Weihnachten. Hoffentlich halten die Reifen über die ganze Distanz!
gk


Dienstag, 8. Mai 2012

Werkzeug eingetroffen und Reifenfrage gelöst

Gestern (Montag) stand die nette Dame von der Post vor der Tür und lieferte mir das am 04.05.12 (Freitag), bei BigRISK Power Parts bestellte Werkzeug für den Radausbau. Das nenne ich super Service!

Die Reifenfrage ist inzwischen auch geklärt. Ich habe mich nun für den Bridgestone Battlax S 20 entschieden und diesen Satz heute geordert. Nachdem Euromaster für den Satz 340,- Euro aufrief, versuchte ich heute noch einmal den Reifenfritzen zu erreichen und hatte Glück. Er bietet den Satz für 293,- incl. Montage und Wuchten. Das relativiert natürlich wieder das ursprüngliche Vorhaben die Reifen zukünftig selber zu montieren, da es nun zwischen dem Internet-Versandpreis und den montierten Reifen nur noch um 43,- Euro Differenz geht. Da lohnt dann die Anschaffung des Reifenmontage-Tools, eines Wuchtbocks und eines Kompressors doch eher nicht mehr. Schön, wenn auch mal was auf Anhieb passt.

Der bei BMW georderte Rucksack III ist leider noch nicht eingetroffen, aber noch sind ja 18 Tage Zeit...
gk

Samstag, 5. Mai 2012

Pimp my BIke, heute: LSL-Fußrasten

Am 30.04.12 hatte ich dann mal Zeit mich endlich um die LSL-Fußrasten zu kümmern, die ich beim Timo (Big Risk) gekauft habe. Warum andere Fußrasten? Die originalen Rasten haben an ihrem äußeren Ende jeweils eine Aufkantung, nach oben. Wenn man wie ich, auf den Fußballen fährt, drücken sich diese Aufkantungen, genauer deren Ende in die Stiefel. Das ist für 1 -2 Stunden Fahrt kein Thema, aber wenn man den ganzen Tag unterwegs ist, dann gibt es am Fuß einen schmerzenden Druckpunkt, der bei mir bis hin zum Krampfen der Zehen führen kann. Da das nicht zielführend für eine längere Reise ist, mussten die BMW-Rasten also getauscht werden. Ich habe mich da für die LSL-Sport in schwarz entschieden.
Originale Fußraste mit der Aufkantung zum Ende hin
Der Ausbau ist schnell erledigt. Scherungssplint aufbiegen und entnhmen, den Bolzen entfernen, Unterlagscheibe abnehmen, Raste herausziehen und Feder abnehmen, fertig.
 
Die Einzelteile, rechts oben die originalen BMW-Teile, links die LSL Rastenträger und Rasten
Nun alle Komponenten reinigen und mit Molykote-Fett einbalsamieren, dann geht es an den Einbau. Bolzen, Scheibe, Feder werden wiederverwendet, der Splint aus Sicherheitsgründen ersetzt. Nach dem Einbau des Rastenträgers wird die Raste an diesem verschraubt und die Schraube dabei mit Loctite Schraubensicherung, mittelfest gesichert.

Montierte LSL-Raste, schwarz, Ausführung Sport

Das Ergebnis kann sich optisch betrachtet sehen lassen. Durch die gerade Ausführung sollte der Druckpunkt unter dem Fußballen entfallen. Ich hoffe, der Grip ist mindestens so gut wie bei den originalen Rasten. Das konnte ich in Ermangelung von Zeit leider noch nicht testen und da es heute regnet und kalt ist, wo ich 1, 2 Stündchen Zeit gehabt hätte, muss der Test wohl vertagt werden.

Jetzt fällt mir gerade ein, dass ich gar nicht mehr weiß, wo ich mein Bundeswehr-Besteck gelassen habe :-/ Dafür habe ich bei der Schraubaktion mit den Rasten zufällig meine Euro-Stecker-Adapter wiedergefunden, somit kann ich zumindest schon einmal hoffentlich die diversen Akkus in den Hotels aufladen. Achja und Regenüberschuhe für die Stiefel fehlen mir auch noch, muss ich auch nächste Woche unbedingt besorgen. Die alten haben die letzte IOM-Tour nicht überstanden. Wenn ich dann noch meine Regenüberhose finde, bin ich schon wieder ein ganzes Stückchen weiter =:-)
gk

Probepacken für die IOM-Tour

22.04.2012 Heute ging es ans Probepacken für die IOM-Tour. Das ganze Gerödel für ca. 10 Tage auf der S unterzubringen ist schon eine Herausforderung. Ich habe mich nun entschieden das so zu lösen: in die Seitentaschen kommt Regenzeug, zivile Schuhe, Kulturbeutel, dann wird oben auf der Soziussitzabdeckung der Seesack verstaut, der neben Zelt und Schlafsack auch alle benötigten Klamotten enthält. Schließlich habe ich mir dann noch den hoffentlich wirklich wasserdichten BMW-Rucksack III bestellt, in den dann Papiere, Handy, Foto-/Videoausrüstung und all das Zeug kommt, was man schnell mal zur Hand haben muss. Ich hoffe, dass passt dann alles so. Für den Test habe ich den Seesack mal nur mit Zelt und jeder Menge Luftpolsterfolie und Decken gefüllt.
Step 1: zurechtgeschnittene Isomatte wird ums Heck drapiert, damit nix verkratzt.
Satteltaschen angebracht
Seesack auf der Soziussitzabdeckung
So sieht die ganze Geschichte schon irgendwie ähm... gewöhnungsbedürftig aus, aber letztlich ist das nur das Gerödel für die Reisetage, auf der Isle of Man fährt dann nur noch der Rucksack mit und das ist dann auch gut so :-) So langsam kommen wir auch in die heiße Phase. Ich muss jetzt in der nächsten Woche noch einen Satz Reifen bestellen und bin mir noch nicht sicher, ob ich nun die Bridgestone Battlax S 20 oder die Micheline Power Pure nehmen soll. Der eine Kollege empfiehlt jene, der andere solche. Wichtig ist mir halt nur, dass sie die komplette Tour halten und sowohl bei Trockenheit wie bei Nässe einen verlässlichen Grip aufbauen. Naja, mal schauen, vielleicht lasse ich es einfach den Preis entscheiden. Werkzeug für den Radausbau habe ich inzwischen bestellt, wird wohl Anfang der Woche eintrudeln. Bei der Wechselhäufigkeit der Reifen bei diesem Mopped, werde ich wohl über kurz oder lang Manfreds Rat folgen und mir bei GP503 das Reifen-Montage-Tool kaufen sowie einen Auswuchtständer und das dann zukünftig komplett machen. GP 503 ist bei den Preisen für Sport-/Rennreifen auch unschlagbar günstig, so nehem sie z.B. für den S 20 in 120/70 ZR 17 F Euro 99,- und für den 190/55ZR17 R Euro 146,-, frei Haus. Das ist ein Wort. Ein lokaler Reifenhändler, hier vor Ort (Euromaster) nimmt für die gleiche Paarung, allerdings incl.  Montage/Wuchten, auf die angelieferten Räder Euro 340,-/Satz. Muss noch beim Reifenfritzen anfragen, aber der ist derzeit chronisch überlastet. Anyway, nächste Woche muss ich die Gummis bestellen, nicht dass es nachher eng wird. Dann muss ich noch die 2 Routen für Irland in Mapsource einhacken. Beim ersten Entwurf sind sie ein wenig zu lang geraten, denn irische Sträßchen geben keinen besonders hohen Schnitt her, so viel ist klar und hier und da will man ja auch mal halten und ein Foto machen. Noch 20 Tage, der Countdwon läuft. Vielleicht sollte ich auch den Zeltaufbau einmal vorher getestet haben....
gk



Samstag, 28.04.2012, Fahrsicherheitstraining, Tag 3/3

Am 28.04.12 hieß es antreten zum letzten Tag des Monatstrainings. Da wir am letzten Trainingstag die Inhalte etwas verschoben haben, konnten wir das saagenumwobene Omega nicht mehr fahren. Freundlicherweise machten uns Uwe und Christian dann das Angebot, am heutigen Trainingstag einfach eine halbe Stunde früher zu beginnen, um das Omega nachzuholen. Jungs, das war korrekt!
Was hat es mit dem Omega auf sich? Es handelt sich im Grunde um einen eng abgesteckten Handlingsparcour, der aus 12 Pylonen aufgebaut wird. Dazu hier eine kleine Skizze.


Das Omega, sieht easy aus, ist aber tricky!

Tja, das sieht eigentlich einfach aus, ist es aber nicht wirklich. Mit der S 1000 RR habe ich es nicht ein einziges Mal geschafft, obwohl es definitiv geht. Es muss halt nur alles stimmen, z.B. der Gegenlenkimpuls ausgangs der ersten Pylonengasse und vor allem und absolut kriegsentscheidend, die richtige Blickführung. Stimmt ein Faktor nicht, tötest Du garantiert ein paar Pylonen. Das lustige Spielchen kann man auch mal selber auf einem Parkplatz am Wochenende üben und statt der Pylonen z.B. ein paar Yoghurtbecher aufstellen (es empfiehlt sich einen größeren Vorrat mitzunehmen!).

Nach dem Omega, das wir für uns als Gruppe halt vor dem regulären Training durchführten, ging es wieder an das normale Programm. Wie gewohnt starteten wir mit der mentalen Entspannung, gefolgt von den statischen Turnübungen auf dem stehenden Mopped, dieses Mal gesteigert durch die Variante Superman-like auf dem Mopped zu liegen. Ist auf der S mit Racingscheibe und Soziussitzabdeckung aber nicht wirklich bequem und nicht unbedingt empfehlenswert. Die ganze Geschichte, einschließlich des Superman-Stunts, wurde dann natürlich auch wieder gefahren.

Dame im Damensitz :-)

Knieend auf dem Mopped
Hoppe, hoppe, Reiter...

Supergirl in Action :-)

Der Themenschwerpunkt lag heute beim Ausweichen, bzw. Ausweichen + Bremsen. Aus unterschiedlichen Geschwindigkeiten übten wir zunächst das Anfahren auf ein Hindernis, gefolgt von Kupplung ziehen, Gegenlenkimpuls, Blick in die Ausweichrichtung, Gegenlenken, Blickwechsel in die neue, alte Fahrtrichtung und wieder einfädeln. 

Blickwechsel und Ausweichmannöver
WO SOLLST DU HINGUCKEN? Eben!
Diesen Ablauf wiederholten wir dann, ergänzt um die Benutzung der Bremse und dann natürlich mit zunehmend höherer Geschwindigkeit und (bei ABS) mit einleitender Vollbremsung, Bremsen lösen, Kupplung gezogen halten, Gegenlenkimpuls und Blickrichtungswechsel, erneuter Blickwechsel mit Richtungsänderung, einkuppeln, einspuren. Mit zunehmender Sicherheit in dieser Übung kam eine gewisse Wettkampfatmosphäre auf, so dass der eine oder andere versuchte noch später zu bremsen oder noch schneller anzufahren. Das war der Zeitpunkt, zu dem die beiden Trainer dann sinnvoller Weise dieses Training unterbrachen, da das Risiko zunehmend größer wurde, dass ein ehrgeiziger Teilnehmer mit noch angezogenen Bremsen in die Schräglage zum Ausweichmannöver geht.

Theorie ist der Praxis Anfang, wir lauschen Uwes fröhlichem Vortrag zur Kurvenfahtechnik.
Anschließend scheuten die Jungs vom Safety First Team keine Mühen und bauten uns einen wirklich netten Kurvenparcour aus diversen Pylonen auf. Da hatten wir alle noch einmal so richtig Spaß! Mit jeder Runde wurden die Bewegungsabläufe flüssiger, die Blickführung sicherer und das Grinsen auf den Gesichtern breiter...

American heavy metal artgerecht bewegt!
Genau, so gheat des mitm Blick! ;-)

Blick ok, Schräglage ausbaufähig ;-)


Damit komme ich nun zum Ende des Berichtes über das schöne, lehrreiche und unterhaltsame Fa-Si-T und damit zum Fazit (reim Dich oder ich hau Dich! :-) ): ich kann es jedem aktiven Motorradfahrer nur sehr ans Herz legen, sich einmal ein solches Training zu gönnen. Ich bereue heute, dass ich es nicht viel, viel früher schon gemacht habe. Lernen mit Gleichgesinnten, das kann man auch als alter Hase noch sehr gut und im Safety First Team unter Anleitung hochmotivierter, erfahrener und humorvoller Trainer, danke Uwe, danke Christian, Fighter-Bro, das waren sehr schöne Tage. Zudem lernt man auch noch einen Haufen netter Leute kennen und entdeckt in sicherer Umgebung die eigenen Schwächen und Stärken, so dass man auch anschließend, für sich selber weitertrainieren kann und das sollte man auch, um das erlernte und erfahrene Wissen zu vertiefen. Wir kommen auf jeden Fall wieder, das steht fest! Für alle unter Euch, die nun Blut geleckt haben und sich auch einmal prüfen und verbessern möchten, hier noch einmal der Link, es sind noch Plätze frei, haut rein: Safety-First-Team (aufs Logo klicken). Ihr findet dort neben einer viel besseren Beschreibung der Lerninhalte auch jede Menge Pics und Videos, damit Ihr Euch ein Bild machen könnt. Ansonsten einfach mal am Wochenende zum Parkplatz der MAN Verwaltung, Oberhausen Eisenheim fahren und live anschauen und buchen ;-) In diesem Sinne: keep the rubber side down!
gk




Mittwoch, 25. April 2012

Guten Abend liebe Leser,

da diese Woche ziemlich mit Terminen gespickt ist, was ich durchaus schätze, komme ich andererseits erst jetzt dazu von der vergangenen Woche zu berichten. Diese hatte jedoch einige moppedspezifische Besonderheiten zu bieten. Da war zunächst einmal die zum Erhalt der Garantie erforderliche Jahresdurchsicht bei BMW. Diese ist erforderlich, entweder nach 10.000 genußvollen Kilometern oder nach einem Jahr, je nachdem was zuerst eintritt. Eigentlich wären erst im Mai die 12 Monate rum, aber da ich ja Ende Mai gen Irland, IOM und UK aufbreche und im Mai auch noch die Reifen wechseln muss, habe ich mir erlaubt diese Durchsicht vorzuziehen. Der Tacho zeigte zum Zeitpunkt leider nur 5554 km an, aber was will man machen? Nach der Arbeit ist immer nur noch so wenig Tag übrig. Da ich kaum Zeit hatte und habe, habe ich bei der Gelegenheit vom Freundlichen noch eine große Bordsteckdose mit Deckel installieren lassen sowie den Graphitschmierblock für die Kette. Eigentlich liebäugelte ich ja mit dem E-Scott-Oiler, stattdessen wurde es aber nun der Graphit-Klotz. Zur Info s. Carbon4Bikes - Bilder der Neuinstallationen reiche ich noch nach, bin quasi schon wieder auf dem Sprung zum nächsten Kunden :-)

Tja, dann war da noch des Fahrsicher-Heiz-Trianings zweiterTeil. Samstag, 21.04.2012, 12:00 Uhr. Ich sitze im Büro und beende gerade meine Arbeit, als heftiges Getrommel auf dem Velux-Fenster meine Augen zwingt in Richtung desselben zu schauen. Hagel! Man glaubt es kaum und dennoch ist es wahr, es hagelte aus einem nahezu schwarzen Himmel. Mit großer Freude dachte ich an das Training um 14 Uhr...
Nun denn, es hörte erfreulicher Weise rechtzeitig wieder auf zu hageln. Der Himmel ließ dennoch nicht viel gutes erwarten. Als wir um ca. 13 Uhr abfuhren, war es zumindest von oben trocken. Auf der BAB nach Oberhausen gönnten wir uns eine kleine Spritzwassererfrischung, so dass wir wach und frisch gewaschen am Übungsgelände aufschlugen. Dort, wir hatten es ja letztes Mal gelernt - stellten wir das Bike vor dem Parc Fermé ab und schoben es regelkonform in die Startaufstellung. Es ging zum Pavillon, wo es nach allgemeinem großen Hallo, wieder einen ernsthaften, aber wie von Manni gewohnt, heiter vorgetragenen Beitrag zum Thema Moppedfahren im Regen gab. Nun ging es wieder Le Mans Start ähnlich... ok, um ehrlich zu sein, es ging also wie in der Slomotion zum Le Mans Start vom Pavillon zu den Moppeds. Dort angekommen, auf dem Arbeitsgerät Platz genommen, entschied sich der Himmel dazu, uns ertränken zu wollen. Als wir dagegen aufbegehrten und dennoch beginnen wollten, hat sich der Sack von Petrus noch ein Gewitter aus dem Ärmel geschüttelt. Ich weiß jetzt nicht mehr, ob das Zitat so richtig ist, aber die älteren unter uns <hüstel> also so meine Kategorie, die erkennen das dann schon: "wenn einem so viel schönes widerfährt, das ist schon einen Eimer Schlagsahne wert." Aber mit Schlagsahne war natürlich nix, weil wir ja noch fahren wollten. Nachdem aus dem quäksigen Megaphone die erleichtert aufgenommene Ansage ertönte: the riding personell is kindly requested to procced to the pit lane, zogen sich Fahrerinnen und Fahrer mehr oder weniger schnell bis fluchtartig unter den Pavillon zurück. Wenige Minuten später war das ärgste Regenfeld durchgezogen und es regnete nur noch.. ähm.. normal, so dass wir zur Tagesordnung zurückkehren konnten. Wieder an den Maschinen hatten wir den Frühsport nun absolviert und machten zunächst die vom ersten Training bekannten Entspannungs- und Lockerungsübungen. 

Ooooooooommmmmm.....
Es folgte, wer hätte es gedacht das Aufwärmprogramm, bei dem wir wieder eigentümliche Stellungen auf den Fahrmaschinen einnahmen und dann, ja richtig, dann wurden die Übungen wieder im Fahrbetrieb vollzogen. Da es immer noch regnete und die Stiefel, wie auch die Rasten nass waren und der Rest natürlich auch, verzichtete ich auf die Damensitzerei, weil mir das auf den Rasten dieses Mal echt zu rutschig war.

I'm singing in the rain, what a glorious feeling...


Was für ein geiles Wetter..... um auf der Couch zu liegen :-)
Nach der Turnerei trocknete es so langsam ab und so gingen wir an die Bremsübungen. Mehrere Bremsungen bei 30 km/h und 50 km/h mit blockiertem Hinterrad, also nur Gas zu, Kupplung ziehen und volle Kanne Hinterradbremse wurden von jedem durchgeführt. Es ist ein lustiger Zeitvertreib, den kleinen, blauen Wölkchen zuzusehen, wie sie so langsam von den Hinterrädern gen Himmel ziehen und den leckeren Geruch verbrannten Gummis hinterlassen. Kleine Überraschung für mich: ich dachte gelesen zu haben, dass die Hinterradbremse meiner Super Bimpf, wenn sie für sich alleine betätigt wird nicht vom ABS geregelt wird, aber vermutlich ist das nur im Slickmode der Fall, damit du vor Kurven auf der Renne das Mopped richtig anstellen kannst, denn es ABSte fröhlich vor sich hin. 

Leider sind auf keinem Foto die Rauchwölkchen zu sehen, schade.

Eigentlich wollte ich ja eh schon lange mal die Bremsen der Bimpf richtig ausprobiert haben, weil sie ja mein erstes Bike mit ABS ist und ich noch gar keinen Plan hatte, wie sich das auf dem Bike anfühlt. Wie das dann aber so ist, beim beherzten Sprung ins Ledergewanderl noch dran gedacht: jau, gleich machste aber erst mal ein paar Bremsungen und lotest mal aus, was da geht, beim Aufsetzen des Helmes war es dann schon wieder getilgt. Ja, ja, scheiß Alzheimer. Wie auch immer, im Anschluß an die Hinterradbremserei folgte natürlich die kombinierte Bremserei, vorne und hinten. Was mir sehr gut gefiel, war dass Uwe und Christian bei der Einweisung eindringlich jedem Teilnehmer klar machten, dass wegen der dynamischen Radlastverteilung, vorne anfangs nicht voll reingelangt wird sondern der Bremsdruck aufs Vorderrad stetig gesteigert wird (Uwe:"Stell Dir vor, du quetscht 'nen nassen Schwamm aus."), da das Rad davon ja zunehmend mehr verträgt, weil es nach und nach mehr Kraft übertragen kann. Von anderen Trainings hatte ich gehört, dass da gerne mal das Motto voll reinlangen (Gewaltbremsung) gelehrt werden soll, was ja für nicht ABSler nicht unbedingt die beste Wahl ist. Tja, was soll ich sagen, mit ABS aus 40 km/h, bzw. dann 60 km/h ankert die Bimpf dass es eine wahre Freude ist. Beim ersten Mal hob es meinen Arsch ordentlich aus dem Sitz. Jeder Bremsvorgang ein Stoppie, wow, echt Hammer wie das Teil verzögert. Mir war echt noch nicht bewusst, dass man mit Bremserei genau so ein dämliches Grinsen ins Gesicht malen kann, wie mit einer netten Beschleunigungsorgie. Danke Bosch, danke BMW. :-) Im Anschluß an die Bremserei haben wir noch einmal ein wenig Slalom gefahren und beendet wurde das Training nach der Übung von Wendemannövern, aus der Fahrt am Hang, kombiniert mit stop - Motor aus - go, am Hang. Kommenden Samstag starten wir dann in den letzten Trainingstag des Monatstrainings und ich fürchte, ich werde danach samtags etwas vermissen. Dafür wird sich mein Garten vermutlich freuen, wenn ich ihn dann mit der Machete bearbeiten muss. 

Verschollen im Bermuda-Omega - kein Entkommen
In diesem Sinne, Euch noch 'ne schöne Restwoche! Und schaltet auch nächste Woche wieder ein, wenn es heißt:"Wie getz, ich soll ein Omega fahren? Wie soll dat denn gehn?"

Left hand gretings

Georg





Sonntag, 15. April 2012

Eindrücke vom Sicherheitstraining



Samstag, 14.04.2012, heute beginnt unser Sicherheitstraining beim Safety First Team, in Oberhausen, auf dem Parkplatz der MAN Verwaltung. Das Safety-First-Team wurde mir von Wolfgang (Mitacman), einem Forums-Kollegen aus dem S1RR-Forum bei einem Gespräch am Treff Zur Grafenmühle, wärmstens ans Herz gelegt. Wolfgang, danke Dir für den Tipp, der ist goldrichtig!

Warum überhaupt ein Sicherheitstraining? Ich fahre doch schon eine kleine Ewigkeit und bin bislang noch nie unverschuldet abgestiegen. Schön wäre es vielleicht aber auch gewesen, hätte ich besser vorbereitet auch bei den insgesamt vier Malen, die unverschuldet zum Sturz führten, vielleicht gar nicht erst stürzen müssen. Dazu kommt, dass ich mich mit der S 1000 RR intensiver anfreunden möchte, wahrscheinlich bis hin zur Rennstrecke, weil sie ja eigentlich nur dort artgerecht bewegt werden kann. Somit ist meiner Meinung nach also ein systematischer Aufbau, in der Reihenfolge Basis-Sicherheitstraining, Aufbau-Training oder Intensiv-Training, dann instruktorengeführtes Rundstreckentraining die sinnvolle Wahl. Abgesehen davon, gilt immer noch der uralte Spruch: "du kannst so alt werden wie Nachbars Kuh, du lernst noch immer was dazu." Letztlich liegt der Winter mit nur wenigen Fahrkilometern hinter uns und in 5 Wochen geht es zur IOM, so soll es auch den Start in das Motorradjahr unterstützen. Silvia schenkte ich gleich ebenfalls eine Teilnahme, so dass wir gemeinsam an den Start gingen.

Den ganzen Vormittag hatte es geregnet, wovon wir natürlich nicht sonderlich erbaut waren, doch gegen 12 Uhr hörte es auf und als wir um 13 Uhr aufbrachen, kamen so langsam sogar hier und da einmal ein paar Sonnenstrahlen durch. Kurz noch zur Tanke, Luftdruck etwas reduzieren, Sprit auffüllen und los ging es. In Oberhausen angekommen, werden wir gleich an der Einfahrt zum Parkplatz in Empfang genommen und zum Parc Fermé, weiter oben geschickt. Dort kassiere ich dann gleich den ersten Anranzer, weil ich da einfach hineinfahre. Merke: wer sein Mopped liebt, der schiebt, zumindest im Parc fermé. Ok, Lektion gelernt. Warum die Schieberei? Nun, die Trainer wollen schon hier einmal sehen, wer in welcher Art und Weise mit seinem Mopped vertraut ist, wem das Schieben locker von der Hand geht oder wer Tipps und Anleitung braucht. Anschließend geht es zur Anmeldung. Neben dem VW-Bus ist ein Pavillon aufgebaut, wo es das erste Briefing für alle sowie Getränke gibt. Das Training ist das erste des Jahres 2012 und so wie es aussieht voll ausgebucht.Ich hätte den Altersdurchschnitt eher deutlich jünger vermutet, aber es sind schon eine Menge alter Hasen unter den Teilnehmern und, wie wir im weiteren Verlauf erfahren auch etliche Wiederholungstäter, die jedes Motorradjahr mit einem Training beim Safety-First-Team beginnen. Fein, da bin ich also nicht der einzige alte Sack auf dem PLatz.
Gruppen-Briefing
Im Anschluss an das Hauptbriefing wandert die ganze Gruppe zum Parc Fermé, wo zunächst ein wenig mentales Training, in Form von diversen Lockerungsübungen auf dem Programm steht. Anschließend wird zum Aufwärmen auf dem, auf dem Ständer abgestellten Mopped herumgeturnt. Knien auf der Sitzbank, stehen auf der Sitzbank, sitzen auf dem Tank, sitzen im Damensitz links/rechts, natürlich alles aus den Rasten heraus, ohne vorher abzusteigen. Bis auf den Damensitz zur rechten Seite, bei dem der Seitenständer doch bedrohlich entlastet wird - ich sollte ein paar Kilo abnehmen - fühlte sich das alles gut an. 
Trockenübungen zum Aufwärmen
Was wir da noch nicht wussten, nur ahnten, es wurde wahr: all diese lustigen Übungen sollten natürlich später dann im Fahrbetrieb ausgeübt werden. Nun wurde also in großem Korso der geräumige Übungsplatz umfahren und nacheinander die Trockenübungen im Fahrbetrieb umgesetzt. 
Knieend auf der Sitzbank

Beim Wechsel vom Damensitz der einen auf die andere Seite, rutsche ich von der linken Fußraste ab und lege mich fast auf die Fresse. Glücklicherweise passte meine Reaktion und ich habe während des Abgleitens automatisch Kupplung und Bremse gezogen, so dass ich nach zwei, drei Schritten mit, bzw. neben der Fuhre stand. Kleiner Adrenalinkick, da war ich dann auch wach ;-)
Auf dem Tank reiten :-)

Anschließend wurden nun die Teilnehmer in Gruppen aufgeteilt, so dass jede Gruppe aus maximal 10 Teilnehmern + 2 Trainern bestand und es ging nach theoretischer Einweisung durch die Trainer an die nächste Übung. Blickführung und Kurventechnik mit Lenkimpuls links herum und rechts herum wurden geübt. Es folgte wenden im Fahrbetrieb innerhalb einer normalen Straßenbreite und als Krönung dann Wenden aus dem Stand mit eingeschlagenem Lenker. Feedback gab es für jeden Teilnehmer sofort und anschließend noch einmal in der Gruppe. 
Kleine Pause, mit gegenseitigem Kennenlernen



Es folgte abschließend noch eine Slalom-Übung, unter Beachtung von Blickführung und Lenkimpulstechnik.
Silvia beim Slalom
Der Blog-Autor im Pylonenrausch :-)


Dies war also der erste Trainingstag, von 14 - knapp 19 Uhr, ein Zeitraum, der wie im Flug verging. Zwei weitere liegen noch vor uns und ich bin sehr gespannt darauf. Mein Eindruck bis jetzt ist, dass ich das schon viel früher einmal hätte machen sollen. Auch finde ich es erstaunlich, wie sich mit der Zeit so eine gewisse Schludrigkeit einstellt. Beispiel: Blickführung. Die ist mir, wie wohl den meisten Motorradfahrern ja durchaus geläufig und ich dachte auch eigentlich, dass ich sie ordentlich praktiziere. Tatsache ist aber, dass ich damit rumgeschludert habe. Klar geht der Blick erst einmal dahin, wohin man will, dann habe ich ihn aber z.B. auch mal wieder zurück wandern lassen und siehe da, die Linie ist im Eimer. So etwas nimmt man eben persönlich nur sehr schlecht oder eben überhaupt nur dann wirklich wahr, wenn man darauf aufmerksam gemacht wird. Fazit: Daumen hoch, das Training kann ich wärmstens empfehlen.
To be continued...
LHG
Georg